Baugemeinschaft Berlin

Gemeinschaftswohnprojekt oder Baugemeinschaft?

Es haben sich zwei Formen von Baugruppen entwickelt. Die Unterscheidung liegt in der jeweiligen Motivation der Mitglieder für das Bauen in der Gruppe. Bei Baugemeinschaften steht das bestmögliche individuelle Wohnen im Vordergrund, Gemeinschaftswohnprojekte hingegen definieren sich durch das selbstbestimmte gemeinschaftliche Zusammenleben (zur Definition vgl.: Baugruppen. BBSR-Online-Publikation, Nr. 14/2009, S 5 f.). Die Festlegung auf eine Form ist eine wichtige Wahl für den zukünftigen Bauherren. Nicht wenige Baugruppenprojekte sind nach einigem Aufwand in der Gründungsphase gescheitert, weil sich die Mitglieder nicht frühzeitig auf ein klares Projektziel festgelegt hatten.

Gemeinschaftswohnprojekt

Baugemeinschaft Berlin GemeinschaftsprojektGemeinschaftswohnprojekte verbinden Wohnen mit bürgerschaftlichem Engagement. Der Gemeinschaftswunsch ist prägend – es geht darum, nachbarschaftsübergreifende Lebensformen zu praktizieren. Dies reicht vom intensiven informellen Austausch zwischen den Bewohnern über kollektiv genutzte Grün- und Innenräume bis zu einem an eine Wohngemeinschaft angenäherten, eng abgestimmten Zusammenleben.

Es geht also darum, nicht nur in der Bauphase, sondern auch darüber hinaus gemeinschaftlich zu agieren. Intensive gruppendynamische Prozesse sind die natürliche Begleiterscheinung. Diese werden oft verstärkt, weil die Betreuung durch unabhängige Dritte meist gering ausgeprägt ist.

Viele Baugruppenprojekte der Pionierphase hatten diese Ausrichtung als alternatives Wohnprojekt. Die typischen basisdemokratischen Reibungsverluste haben das Image von Baugruppenprojekten insgesamt stark geprägt und schrecken bis heute viele Interessierte ab.

Fazit: Gemeinschaftswohnprojekte können bemerkenswerte Nachbarschaften schaffen, haben aber experimentellen Charakter und sind deshalb nur für darauf eingestellte Interessenten geeignet.

Baugemeinschaft

Baugemeinschaft Berlin Bei den Mitgliedern von Baugemeinschaften überwiegen individuelle statt gemeinschaftlicher Ziele. Jeder Einzelne will vorrangig eine für ihn selbst gut passende, preisgünstige Wohnung. Das heißt: eine Wohnung, die nach Lage im Gebiet und im Haus, nach Zuschnitt und nach Ausstattung seinen individuellen Wünschen entspricht.

Die Baugemeinschaft ist also Mittel zum Zweck, um die Wohnwünsche einer Reihe von Menschen in einem Projekt zu bündeln. Viele Mitglieder schätzen zwar die gute Nachbarschaft als positiven Nebeneffekt, wollen aber keine zu enge (Zwangs-) Gemeinschaft.

Mit der Baugemeinschaft wollen die Mitglieder in der Planungsphase wesentlich mit gestalten – anders als beim Gemeinschaftswohnprojekt konzentriert sich der Gestaltungswille aber auf die eigene Wohnung und betrifft gemeinschaftliche Themen nur, soweit das individuelle Wohnen davon notwendig betroffen ist. Da kaum Gemeinschaftsziele ausgehandelt werden müssen, laufen die Projekte sicherer und reibungsloser. Und je stärker das Projekt vorstrukturiert ist, desto weniger müssen die Mitglieder sich gemeinschaftlich auf einen Konsens einigen.

Fazit: Baugemeinschaft heißt nicht Wohngemeinschaft. Wer pragmatisch seine Wohnwünsche sicher, preisgünstig und selbstbestimmt realisieren will und gruppendynamische Prozesse scheut, entscheidet sich besser für eine Baugemeinschaft.

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