Baugemeinschaft Berlin

Übertriebene Investitionszurückhaltung seit 2000 verstärkt Verknappung

In den vergangenen Jahren wurde nicht viel getan, um den strukturellen Problemen des Wohnungsbestands entgegenzuwirken. Seit 2000 werden in Berlin im Verhältnis zur Nachfrage viel zu wenige Wohnungen gebaut. Das ist das Ergebnis sowohl des anhaltend knappen Berliner Landeshaushalts als auch der weitverbreiteten Ernüchterung im Gefolge der Nachwendeeuphorie. Zum Vergleich: Im Spitzenjahr 1997 waren noch knapp 30.000 Wohnungen fertig gestellt worden – seit 2000 dümpelt die jährliche Wohnungsproduktion bei etwa einem Zehntel dessen vor sich hin.

Baugemeinschaft

Öffentliche Förderung für Wohnungsbau (außer KfW-Krediten) gibt es seitdem nicht mehr, und viele private und institutionelle Investoren fürchteten sich, in einer Stadt mit sinkender bis stagnierender Bevölkerung, hohem Leerstand und niedrigen Mieten zu investieren. Diese Zurückhaltung ist vordergründig verständlich, aber bei näherer Betrachtung doch irrational.

Denn erstens ist nicht die Entwicklung der Bevölkerungszahl maßgeblich für die Nachfrage nach Wohnungen, sondern die Zahl der Haushalte. Und die steigt seit Jahren – einhergehend mit einem immer weiter steigenden Flächenbedarf pro Kopf.

Zweitens gibt es zwar insgesamt Wohnungsleerstand, allerdings kaum in nachgefragten Lagen und Wohnungstypen bzw. -größen.

Drittens  gilt dieses Argument auch für die Mietentwicklung: Zwar sind die Mieten im Durchschnitt niedriger als in anderen Großstädten, nicht jedoch bei gefragten Wohnungen in begehrten Lagen – zumal gerade die vielen zahlungskräftigen neu Zugezogenen in diese Lagen drängen.

Das absehbare Ergebnis von steigender Nachfrage und geringem Angebot zeigt sich seit einigen Jahren deutlich: Mieten und Kaufpreise für attraktive Wohnungen steigen unaufhaltsam.

cialis daily